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Coronavirus: Welche Testverfahren gibt es?

07. September 2020

Das Tückische an dem Coronavirus ist seine Übertragung als Tröpfcheninfektion. Wir atmen die infektiösen Tröpfchen einfach ein. Man kann das Virus nicht sehen oder spüren  – wir wissen aber, dass es da ist. Doch wie kann man diesen “unsichtbaren Feind” trotzdem erkennen?

Lange Zeit war man auf die 3 magischen Fragen angewiesen:

  • Sind Sie selbst erkrankt?
  • Hatten Sie Kontakt zu Erkrankten?
  • Haben Sie Symptome?

 

Daneben gab es noch die kontaktlose Temperaturmessung. Auch wenn die Befragung eher banal erscheint, ist sie erstaunlich leistungsfähig. Alle von uns behandelten Corona-Patienten waren durch diese Fragen zu identifizieren! Seit Anfang 2020 ist auch in Deutschland der Virusnachweis mittels einer gentechnologischen Technik, der sogenannten RT-PCR verfügbar. 

Methode 1: RT-PCR

Es beginnt mit einem tiefen Nasen-Rachen-Abstrich, der sehr sorgfältig abgenommen werden muss, um das Ergebnis nicht zu verfälschen. Im Labor wird das Erbgut des Virus mehrfach durch ein spezielles Enzym spiegelbildlich abgeschrieben. Durch mehrfache gezielte Anpassung der Temperatur („Temperatur-Zyklus“) wird das Erbgut des Virus exponentiell vermehrt. Theoretisch lässt sich mit dieser Technik ein einziges Virus nachweisen. Gelingt mit einer bestimmten Anzahl von Vermehrungszyklen die Vermehrung des Viruserbguts, geht man davon aus, dass der Patient das Virus in seinem Rachen trägt. Entsprechend vermutet man dann auch, dass der betroffene Patient für seine Umwelt infektiös ist.

Methode 2: Antikörpertest

Auch die Immunantwort des menschlichen Körpers kann man im Labor messen: in Form der spezifischen Antikörperproduktion. Unabhängig von der Schwere der Erkrankung bildet der Körper nach 6 bis 10 Tagen Antikörper gegen das Virus. Gibt man das Blut des Patienten auf eine mit Virusteilen beschichtete Platte, kann man die Bindung dieser Antikörper mittels einer Farbreaktion sichtbar machen. Doch Vorsicht: Wenn ein Patient Antikörper gegen das Coronavirus hat, heißt das leider nicht automatisch, dass er nun immun ist. Der Nachweis von Antikörpern bedeutet nur, dass der Patient vor mehr als 6 bis 10 Tagen Kontakt zum Virus hatte. Wir verwenden diesen Test, der im Übrigen nur ca. 15 Minuten dauert, um zu zeigen, dass der Patient bisher keinen Kontakt zum Virus hatte.

Methode 3: Computertomographie (CT)

Bei Symptomen – aber eben nur bei Symptomen – kann man eine spezielle Computertomographie (CT) mit geringer Strahlenbelastung durchführen. Diese dauert nur 30 Sekunden. Bei den Patienten zeigen sich in den vorderen Lungenanteilen kleine milchglasartige Veränderungen. Aufgrund der Strahlenbelastung verwenden wir die Computertomographie jedoch nicht als Routinediagnostik.

Schnelltest für Notfallpatienten

Glücklicherweise können wir das Virus heute wesentlich besser sichtbar machen. Beim Nasen-Rachen-Abstrich verfügen wir über ausreichende Testkapazitäten. Das Ergebnis dauert jedoch häufig 1-2 Tage. Zuletzt haben wir als eine der ersten Kliniken in Deutschland einen Schnelltest für Notfallpatienten bekommen, der in 45 Minuten eine zuverlässige Aussage erlaubt. Noch schneller ist der Antikörpertest, der bereits nach 15 Minuten fertig ist. Auch wenn wir das Corona-Virus bisher nicht ursächlich bekämpfen können, helfen diese Tests, unsere Patienten und unser Team vor Corona zu schützen.