Was tun bei Hüftschmerzen?

11. April 2018

Das Typische an Hüftschmerzen ist: Es tut nicht dort weh, wo man die Hüfte vermutet. Tatsächlich treten Schmerzen, die durch Hüftprobleme verursacht werden, meistens in der Leiste, gelegentlich am Knie und selten im Po auf. Ein Schmerz außen am Hüftknochen ist eigentlich kein Zeichen, dass es sich direkt um ein Hüftproblem handelt. Die Ursache für diese seltsame Konstellation ist, dass die Hüftkapsel von drei verschiedenen Nerven versorgt wird, in deren Ausbreitungsgebiet dann die Schmerzen wahrgenommen werden.

Diagnose bei Hüftschmerzen

Bei der Untersuchung achtet der Orthopäde vor allen Dingen darauf, ob es bei den Bewegungen der Hüfte Einschränkungen im Vergleich zur anderen Seite gibt und welche Bewegung einen Schmerz auslöst. Zur weiteren Basisdiagnostik gehört eigentlich immer eine Röntgenuntersuchung. Wir wünschen uns hier eine Beckenübersichtsaufnahme im Stehen mit besonderem Strahlenschutzraster. Hier sehen wir wenig Details, dafür aber die Beinlängen und die Hüftwinkel. Dazu erhält man einen kleinen Hinweis auf die Wirbelsäule.

 

Kommen Schmerzen in der Leiste aus der Hüfte?

Auf den Teilaufnahmen der Hüfte in zwei Ebenen im 90-Grad-Winkel kann man dann die Details sehen. Sieht man auf diesen Aufnahmen nichts eindeutiges, ist eine Kernspintomographie der nächste Schritt, etwa auch bei schmerzhafter Leiste bei Sportlern. Wenn man dann immer noch keine Diagnose stellen kann, gibt es noch spezielle Kernspinuntersuchungen, die mit einer Spritze in das Hüftgelenk kombiniert werden. Damit kann man dann auch die Dichtlippe (das sogenannte Labrum) beurteilen, die sich rund um das Hüftgelenk zieht und speziell auch bei jungen Sportlern die Schmerzursache sein kann.

Für 95 Prozent aller Patienten kann man nun eine Diagnose stellen. Diese kann im jugendlichen Alter etwa eine mangelnde Hüftkopfüberdachung sein (die sogenannte Hüftdysplasie), bei jungen Erwachsenen ein Schaden der Dichtlippe oder das sogenannte Hüftimpingement – ein Anschlagen des Schenkelhalses am Rand der Hüftpfanne.

Spritzen oder OP bei Hüftschmerzen?

Wir können auch eine Durchblutungsstörung des Hüftknochens sehen und bei der Arthrose den Zustand des Gelenkes genau beurteilen, um abzuschätzen, ob hier Spritzen noch sinnvoll sind oder doch eher eine Operation infrage kommt. Bei etwa zwei Prozent unserer Patienten kann man manchmal den Hüftschmerz nicht von einem Wirbelsäulenschmerz unterscheiden. Der einfachste Weg ist dann die direkte Einspritzung von Betäubungsmittel in das Hüftgelenk. Nach 10 Sekunden kann der Patient sagen, ob der Hüftschmerz verschwunden ist, dann ist die Ursache der Schmerzen eindeutig geklärt.