Was tun bei Knieschmerzen?

11. April 2018

Bei keinem anderen Gelenk des menschlichen Körpers ist die körperliche Untersuchung so aussagekräftig wie bei Schmerzen im Knie! Auch wenn es keine absolute Sicherheit gibt: Ist der Schmerz innen, handelt es sich meistens um den Innenmeniskus. Liegt er außen, ist es der Außenmeniskus. Das Kniegelenk ist auch das erste Gelenk, das ein junger Orthopäde zu untersuchen lernt.

In der reinen Lehre sollen wir das Röntgenbild erst nach der genauen Untersuchung des Knies bemühen (möglichst immer gleich mit einer speziellen Kniescheibenaufnahme). Sofern ich eine Kernspintomographie zur Verfügung habe, schaue ich mir diese dennoch aus gutem Grund zuvor an. Bei der Untersuchung kann ich dem Patienten dann Schmerzen ersparen und direkt zum Punkt kommen. Allerdings sehe ich neuerdings auch häufig ungeeignete Kernspintomographien, die aus Kostengründen nicht alle Schnittebenen enthalten und dann natürlich wenig helfen.

Knieschmerzen bei jungen Menschen

Bei jungen Patienten handelt es sich meistens um Schädigungen am Meniskus, Bandverletzungen oder Schmerzen hinter der Kniescheibe. Bei Patienten im mittleren Alter finden wir gelegentlich Durchblutungsstörungen, die im Röntgen nicht sichtbar sind. Dann haben wir heute interessante Therapiemöglichkeiten, etwa mit speziellen Infusionen, aber auch mit Knochenmarkvorläuferzellen.

Arthrose im Knie?

Für die Diagnose einer Arthrose reicht meistens das einfache Röntgenbild. Die Kernspintomographie brauche ich wiederum, um zu erkennen, ob noch eine Schlittenprothese möglich ist. Natürlich gibt es auch noch seltenere Schmerzursachen am Knie, wie zum Beispiel eingeklemmte Nerven unter dem Sehnenzügel, der von der Hüfte bis unter das Knie läuft. Manche Schmerzursachen sind letztlich auch nicht allen Orthopäden bekannt. Und wenn man gar keine Diagnose gestellt bekommt? Dann empfehle ich, einfach mal nach der Hüfte zu schauen!